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Rigorosum - Dr. Tobias Huber

Als ich Ende 2014 meine Stelle als Projektassistent am Institut für Tragkonstruktionen angetreten habe, wusste ich noch nicht so richtig, worauf ich mich einlasse. Auch wenn es eine sehr persönliche Reise war, habe ich doch die typischen Phasen eines Doktorratsstudiums durchgemacht. Ein Video von meiner Bloggerkollegin Mai Thi Nguyen-Kim beschreibt diese ganz gut.     ©Tobias Huber     Am 20.Mai war es nun soweit: mein Rigorosum. Das ist die Abschlusspräsentation bzw. Verteidigung vor den Gutachtern der Doktorarbeit. Sehr nervös durfte ich vor der Jury, Interessierten, Projektpartner*innen, Unterstützer*innen und meinen Freunden in einer öffentlichen Veranstaltung die Ergebnisse meiner Forschungsarbeit der letzten 4,5 Jahre darlegen. Im Anschluss berät sich die Kommission über die Note und verkündet diese. Mit großer Erleichterung darf ich heute verkünden: ich bin Doktor der technischen Wissenschaften (Dr.techn.) und habe mit ausgezeichnetem Erfolg dieses Studium abg...

Shear Wars: Symposium für Querkraftnachweise bei Bestandstragwerken

Gemeinsam mit Alfred Hüngsberg (ÖBB-Infrastruktur AG) und Michael Kleiser (Asfinag) durfte ich ein zweitägiges Symposium im Kuppelsaal der TU Wien organisieren. Hier trafen Vertreter aller Infrastrukturbetreiber der hochrangigen Straßen- und Schienentze im D-A-CH-Raum zusammen, um über die Entwicklungen bei den Querkraftnachweisen von Bestandsbrücken über die Grenzen hinaus zu diskutieren.    Dabei konnte ein hochkarätiges Vortragsprogramm auf die Beine gestellt werden, welches die in den letzten Jahren durchgeführten Forschungsprojekte von ÖBB, Asfinag und BMVIT zum Thema Querkraft abdeckte. Die österreichische Ingenieurszene war ebenso wie die nationalen Forschungseinrichtungen ausgezeichnet vertreten und es wurde angeregt diskutiert. Für meinen Vortrag "Vom Versuch zum Modell" habe ich folgendes Introvideo vorgestellt. Tagungsband   Der Download-Link zum elektronischen Tagungsband   ist noch bis zum 31.12.2019 geöffnet. Der Tagungsband ist mit dem Passwort: schub ...

fib Congress Melbourne - jeden Tag ein Highlight

Meine Tätigkeit als Forscher hat mich schon sehr weit gebracht - in der persönlichen Entwicklung aber auch räumlich gesehen. Aber bis auf die andere Seite der Erde hätte ich mir dann doch nie zum Träumen gewagt. Nach einer Reisezeit von 26 Stunden war ich aber dann in Melbourne angekommen, um dort am fib Congress 2018 teilzunehmen. Diese ist einer der bedeutensten Veranstaltungen in der Betonforschung und findet alle vier Jahre statt.   © Tobias Huber  Unser Institut war sehr gut vertreten und wir hatten sogar einen eigenen Messestand. Nach den beiden Keynote-Sessions ging es dann in die Fachsessions. Ich durfte hier gleich in der ersten Session (Shear and Torsion) einen Vortrag halten. Die Besetzung der Session war hochkarätig und es war mir eine Ehre ein Teil davon zu sein. Mein Konferenzbeitrag ist auf Researchgate sichtbar.    © Tobias Huber Anschließend hatte ich noch die Möglichkeit ein bisschen durch Australien zu reisen. Neben wunderschöner Natur mit vielen u...

Wie man eine 60t schwere Platte zerstört

" Ein Experiment ist eine List, mit der man die Natur dazu bringt verständlich zu reden - danach muss man nur noch zuhören " - George Wald (US, Nobelpreisträger Medizin) Das größte Experiment, welches ich je planen und durchführen durfte ist die Zerstörung von zwei nachgebauten Plattenbrücken. Dabei wurde eine nunmehr historische Art der Bewehrungsführung auf Ihre Funktionsweise untersucht. Damit können wichtige Schlüsse gezogen werden, wie gut unsere bestehenden Brücken funktionieren und ob sie in Zukunft weitergenutzt werden können.   © Hannes Wolfger Bei den Experimenten wurde sogar ein kompletter Eisenbahnoberbau (Schotter, Schwelle und Gleis) aufgebaut, um die Belastung möglichst realistisch durchzuführen. Bei der Zerstörung solcher Brücken werden enorme Kräfte frei, wie die wackelnden Kameras im Video zeigen. © Tobias Huber Das Projekt wurde im Auftrag der ÖBB Infrastruktur AG und in Kooperation mit der Vill ZT-GembH durchgeführt. Bei den Versucehn wurden wir dankensw...

Weiterentwicklung des FSC-Modells

Die Querkraftbemessung von Spannbetonbrücken erfolgte zwischen 1950 und 1975 auf Basis eines Hauptzugspannungsnachweises im ungerissenen Zustand. Bei Einhaltung der zulässigen Zugspannung konnte die geforderte Querkraftbewehrung im Ermessen des planenden Ingenieurs frei gewählt werden. Dies führte vor allem im scharfen Wettbewerb zu sehr geringen Schubbewehrungsgraden.  Bei einer Beurteilung der Querkrafttragfähigkeit mit den heutigen Normen ergibt sich daher in den meisten Fällen ein deutliches rechnerisches Defizit. Dieses ist im Bereich der Innenstützen von Mehrfeldbrücken besonders ausgeprägt, da dort eine große Biegebeanspruchung auf die maßgebende Querkraft trifft und dies nach dem aktuellen Wissensstand einen negativen Einfluss auf die Schubtragfähigkeit ausübt. Das Querkrafttragverhalten von Spannbetonträgern mit geringer Schubbewehrung wurde im Stützbereich (M/V-Interaktion) bislang nur sehr unzureichend experimentell untersucht. Daher wurde eine umfangreiche...

Eine Brücke zum Aufblasen

Mit dem heutigen Beitrag möchte ich meinem Kollegen und Freund Benjamin Kromoser sehr herzlich gratulieren! Er hat es geschafft, dass das in seiner Dissertation entwickelte Bauverfahren in einem Brückenprojekt der ÖBB umgesetzt wird. Eine echt starke Leistung und eine weitere tolle Entwicklung zu ressourcenschonendem Bauen vom Institut von Tragkonstruktionen unter der Leitung von Prof. Kollegger, dem das Schalenthema schon seit seiner Dissertation am Herzen liegt.   © Benjamin Kromoser   Die Grundidee ist einfach: Wenn man eine Orangenschale regelmäßig einschneidet, kann man sie flach auf dem Tisch ausbreiten. Die an der TU Wien entwickelte „Pneumatic Forming of Hardened Concrete“ Baumethode funktioniert genau umgekehrt. Man beginnt mit einer ebenen Betonfläche, mit keilförmigen Aussparungen, die zu einer runden Kuppel wird. Unter der Betonplatte befindet sich ein riesengroßes Luftkissen aus Kunststoff, das langsam aufgeblasen wird, wenn der Beton ausgehärtet ist. Hydr...

Best Teaching Awards Finalist

Am Mittwoch, 14. Juni 2017 wurden erstmals die Best Teaching Awards der TU Wien verliehen. Ausgezeichnet wurde besonderes Engagement im Bereich Lehre. Aus 1.700 Nominierungen wurden die Gewinner_innen in je zwei Kategorien pro Fakultät, sowie ein Sonderpreis für externe Lehrende ausgewählt.  © TU Wien | Matthias Heisler Ich hatte die große Ehre neben dem späteren Gewinner Prof. Jörg Krampe und Prof. Bernhard Pichler, dessen Vorlesungen ich in meinem eigenen Studium geliebt habe, im Finale der Kategorie Bauingenieurwesen  nominiert zu sein.   © TU Wien | Matthias Heisler Pro Semester werden an der TU Wien knapp 30.000 Studierende in mehr als 2.000 Lehrveranstaltungen betreut. Lehrende erbringen eine bemerkenswerte Leistung, die die Grundlage für den hervorragenden Ruf und den weltweiten Erfolg von TU-Absolvent_innen darstellt. Dieses Engagement zu würdigen und den Schweinwerfer auf besonders engagierte Lehrende zu richten ist Ziel der Best Teaching Awards.

Österreichs Brücken: Oft besser als gedacht

erstellt von Florian Aigner (Presseaussendung TU Wien vom 13.06.2017) Alte Brücken nach neuen Normen zu beurteilen ist schwierig. Untersuchungen der TU Wien zeigen: Viele Brücken sind deutlich stabiler als gedacht, teure Sanierungen sind oft unnötig. Patrick Huber und Tobias Huber beim Experiment Es ist eine Entscheidung, die mit sehr hohen Kosten verbunden sein kann: Welche Brücken müssen in nächster Zeit saniert werden, und welche befinden sich noch in gutem Zustand? Viele Spannbetonbrücken in Mitteleuropa wurden in den 1950er und 1960er-Jahren gebaut. Die Brückenbautechnik hat sich seither geändert, die Normen ebenfalls – aber das bedeutet noch lange nicht, dass diese Brücken unsicher sind. An der TU Wien wurde nun die Tragfähigkeit von Spannbetonbrücken mit Hilfe großangelegter Experimente und Modellrechnungen genau untersucht. Dabei zeigte sich, dass aktuelle Normen das Tragvermögen der Brücken oft ...

Historische Konstruktionen - Belastungsversuche eines Satteldachbinders

Meine erste Aufgabe als Assistent am Institut für Tragkonstruktionen führte mich nach St.Pölten, wo wir einen 14 Meter langen Stahlbetonbinder in einem Vierpunktbiegeversuch belasteten. Hier sollte die Frage geklärt werden, ob bei der Belastung sich der unverbügelte Flansch im Sattelknick ablöst. Ich durfte das Projekt von der Planung, über die Betonage bis hin zum Versuch und der Gutachtenerstellung betreuen. Ein durchaus herausforderndes Einstiegsprojekt, welches einen sehr guten Abschluss fand. Die experimentellen Ergebnisse konnten nämlich auch in einem Artikel im Fachmagazin Beton- und Stahlbetonbau veröffentlicht werden. Außerdem wurden die durchgeführten Finite-Elemente-Kalkulationen auch in einem Newsletter-Beitrag der kommerziellen Software Atena erwähnt.

fib PhD-Symposium in Tokio - Konichiwa!

Die Diplomprüfung ist schon wieder zwei Jahre her und damit auch meine letzte richtige Prüfungssituation. Das sollte sich beim fib PhD-Symposium der internationalen Dachorganisation der nationalen Betonvereine ( fib ) ändern. Bei dieser Veranstaltung werden alle zwei Jahre die Doktorand*innen aus allen Ländern eingeladen, ihre Forschungsarbeiten vorzustellen. Das Symposium fand dieses Jahr im weit entfernten Tokio statt. Konichiwa!   Nach dem Vortrag steht, anders als bei normalen Konferenzen, eine ausgedehnte 25-minütige Fragesession auf dem Programm, bei welcher die zugeteilten Professoren angehalten sind, durchaus kritisch zu sein. Gerade an meinem Forschungsthema "Querkraft" wird momentan auf der ganzen Welt geforscht, weshalb hier besonders viel Input gegeben wurde. So durfte ich mit führenden Wissenschaftlern auf diesem Gebiet diskutieren, darunter Prof. Muttoni (EPFL Lausanne), Prof. Evan Bentz (University of Toronto) und Prof. Stephen Foster (UNSW Australien). Dies br...

Windtürme aus Fertigteilen

Unser Institut für Tragkonstruktionen beschäftigt sich nur mit der Erhaltung von bestehenden Bauwerken, sondern findet auch neue Wege um Konstruktionen schneller und präziser zu bauen. In diesem Fall soll ein Windturm schon zum Teil in einer Fabrik vorproduziert werden und im Baukastensystem auf der Baustelle zusammengesetzt werden.   © TU Wien Ich durfte bei diesem Projekt Berechnungen zum Ermüdungsverhalten von Windtürmen machen. Dies ist sehr wichtig, da so ein Windtürm während seiner Lebensdauer immer wieder durch verschieden starke Windstöße belastet wird und sich kleine Schädigungen mit der Dauer summieren. Dieses neue Bauverfahren, welches meine Koleg*innen Ilja fischer und Charlotte Schönweger mit Prof. Kollegger entwickeln, soll gerade in dem Thema Energie und Nachhaltigkeit einen wichtigen Beitrag liefern. Im letzten Sommer konnte erstmals ein Probeturm errichtet werden, wo ich auch vor Ort tatkräftig unterstützen durfte.   © TU Wien © TU Wien

Das Runde muss ins Eckige

Mein großes Hobby Fußball konnte ich in meine berufliche Aktivität an der TU Wien einfließen lassen und so organisierte ich den ersten innerfakultären Fußballcup. Dieses Engagement hat es sogar auf die TU-Homepage geschafft! (erstellt von Tobias Huber) Der Hype um das österreichische Fußballnationalteam hat auch die Fakultät für Bauingenieurwesen vollständig erfasst – und im Handumdrehen war die Idee des ersten innerfakultären Fußballcups geboren. Neun Mannschaften aus sieben Instituten fanden sich am 8. April in der Westside-Soccer-Arena ein, um die, neben dem Europameistertitel, wichtigste Fußballtrophäe des Jahres auszuspielen. © Tobias Huber Abseits von Statik, Baustellen und Integralgleichungen entpuppten sich die Bauingenieur_innen als wahre Bandenzauberer. Jede Menge Traumtore, tolle Paraden und das ein oder andere „Gurkerl“ konnte beim Turnier bejubelt werden, bei dem vor allem der Spaß am Sport und der interdisziplinäre Austausch im Vordergrund standen. Das spiege...

Was macht ein Bauingenieur?

Zum 125-jährigen Jubiläum der TU Wien wurde ein Imagefilm über das Berufsbild des Bauingenieurs erstellt. Ich durfte als Vertreter des konstruktiven Ingenieurbaus über meine Forschungstätigkeit erzählen. Bauingenieur_innen arbeiten in einer abwechslungsreichen Arbeitswelt, die von interdisziplinärer Zusammenarbeit geprägt ist. Bauingenieur_innen gestalten unsere technische Umwelt, planen Bauwerke und Infrastrukturen und wirken an deren Realisierung, Erhaltung sowie Entsorgung maßgebend mit. Sie planen und führen Maßnahmen zur Nachhaltigkeit, zum Schutz der Umwelt und zur Vorbeugung von Katastrophen durch. Die berufliche Tätigkeit entfaltet sich in Ingenieurbüros, Bauunternehmen, der Baustoffindustrie, der öffentlichen Verwaltung sowie in universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Bauingenieure_innen arbeiten mit Vertreter_innen anderer Fachbereiche zusammen, wie z.B. Archtitekt_innen, Mediziner_innen und Umweltwissenschaftler_innen.

Dankesrede zur Sponsion

Dankesrede zur Sponsion am 05.12. von Tobias Huber Vor rund einenhalb Jahren hatte ich die große Ehre, bei meiner Sponsion die Dankesrede als Vertreter meines Jahrgangs zu sprechen. Ich bin sehr dankbar, wenn ich auf diesen weiten Weg vom Studienanfänger bis zum Abschluss zurückblicke und möchte meine damaligen Worte gerne teilen. Sehr geehrter Dekan, sehr geehrter Studiendekan, sehr geehrte Professoren, liebe Neudiplomingenieure, liebe Mamas, Papas, Omas, Opas, Tanten, Onkeln, Brüder, Schwestern, Freunde und Freundinnen und Bekannte - kurz: liebe Festgäste! Heute ist ein Freudentag: denn heute geht für uns ein großartiger Lebensabschnitt erfolgreich zu Ende - nämlich unser Studium. Jeder von uns freut sich ein wenig anders darüber:  Der Eine ist völlig aus dem Häuschen, als wäre er gerade Formel 1 Weltmeister geworden, er steht heute ganz oben am Siegertreppchen und versprüht eine Flasche Champagner als Zeichen seines Triumphs. Ein Anderer freut sich so, als hätte er einen langen ...